رستورانت، خوړن ځى | Afghanisch essen

Essen AFGHAN STYLE!

SONY DSCDie afghanische Küche ist stark durch die seiner Nachbarn Pakistan, Persien und Indien inspiriert. Der pakistanisch-indische Einfluß ist besonders bei den afghanischen Gewürzen und Reisgerichten spürbar. Ein beliebtes Gewürz ist Garam Masala, eine Mischung aus Safran, Zimt, Nelken, Paprika und Chili. Kardamon, Dill, Minze, Kreuzkümmel und Koriander lassen wiederum den persischen und arabischen Einfluß erkennen. Frischer Koriander (Gashneez), der in der afghanischen Küche sehr häufig verwendet wird, wird auch als „afghanische Petersilie“ bezeichnet. Unverzichtbar sind auch Knoblauch und Zwiebeln. Der mongolische Einfluß wird in nudelartigen Gerichten wie Aushak (gekochte Lauchtaschen mit Joghurt und Fleischsauce) und Aush (Nudeln mit Hülsenfrüchten, Fleisch und Joghurt) deutlich. Ein notwendiger Bestandteil der Landesküche ist Joghurt (Maust), der häufig entwässert wird und dann eine dicke, cremige, quarkartige Masse (Chakah) ergibt. Joghurt oder Sauermilch wird auch entwässert und zu einem Käse (Qurood) getrocknet, der dann mühsam in Wasser aufgelöst wird, um ihn zum Verzehr wieder weich zu machen.

SONY DSCIn Afghanistan unterscheidet man hauptsächlich zwei Brotsorten: Naun und Parata. Sie werden im traditionellen, bienenkorbförmigen Backofen, dem Tandour, gebacken, der auch im Iran und Irak benutzt wird. Da sich der Tandour nicht für Gebäck eignet, wird dieses meist in der Pfanne gebraten. Ein solches in der Pfanne zubereitetes Gebäck ist z. B. Abraysham Kabab (Seiden-Kebab), eine Art süßes Omelett. Sehr lecker sind auch die mit einem Gemisch aus Zucker, Kardamon und gemahlenen Pistazien bestreuten „Elefantenohren“ (Gosh Feel).
Das Chalau (gedünsteter Reis) und Palau (Pilav) Afghanistans ähnelt den Reisgerichten Persiens, Pakistans und Indiens. Hierfür wird ausschließlich Basmati-Reis verwendet.
Die bevorzugten Fleischsorten sind Rind und Lamm, ab und zu wird auch Kamel-, Yak- oder Ziegenfleisch, sehr selten Huhn gegessen. Eine sehr bekannte Fleischsauce, die aus Schmorfleisch vom Rind oder Lamm hergestellt wird, ist Korma. Hier wird das Fleisch wie beim Gulasch in Würfel geschnitten und zusammen mit gelben Erbsen, Knoblauch, Zwiebeln, Kreuzkümmel und anderen Gewürzen gegart. Als Beilage wird Chalau gereicht.
Man ißt sehr viel Gemüse, wobei Lauch (Gandana) besonders beliebt ist, scharf gewürzt mit Chili als Beilage oder als Füllung für gekochte und gebackene Mehlspeisen wie Aushak und Boolanee. Häufig wird Gemüse zusammen mit Fleisch zubereitet (Korma). Spinat, Rüben, Möhren, Kartoffeln und gelbe Erbsen werden hierfür bevorzugt. Mungbohnen werden gerne mit Rundkornreis vermischt gegessen. Dazu reicht man traditionell eine Sauce mit kleinen Hackfleischbällchen (Schola). Auch Auberginen, Tomaten, rote Linsen, Paprika, Pepperoni und Okraschoten sind aus der afghanischen Küche nicht wegzudenken.

Traditionell werden die Speisen in Töpfen oder auf großen Platten serviert, die auf ein auf dem Fußboden ausgebreitetes Tuch gestellt werden. Als Sitzgelegenheiten werden spezielle Sitzkissen verteilt. Die Speisen werden mit den Fingern der rechten Hand gegessen. Chalau oder Palau gehört zu jeder Mahlzeit und wird meistens mit Korma gereicht. Die Afghanen sind bekannt dafür, daß sie die Speisen in großen Mengen zubereiten und servieren. Gemüse, Salat, Essiggemüse, Joghurt und Brot gibt es zu jeder Mahlzeit. Das Brot wird auch zum Aufstippen mehr flüssiger Speisen genutzt. Als Getränk zum Essen wird häufig Dooch (erfrischendes Joghurt-Gurken-Minze-Getränk) oder Murgh (Buttermilch) angeboten. Zum Nachtisch reicht man frische Früchte. Oft folgen Puddings (z. B. Firnie, eine Art Vanillepudding mit Kardamon und Pistazien) oder süßes Gebäck.
SONY DSCDanach wird Shirchai (schwarzer Tee) oder Chai Saps (grüner Tee) serviert. Meist wird der Tee sehr stark und mit Nabat (Kandis) oder Kand (Würfelzucker), oft auch mit zerstoßenem Kardamon gewürzt getrunken.
Tee mit Milch wird meistens nur zu formelleren Gelegenheiten angeboten. Hierfür wird grüner Tee verwendet, der so lange gekocht wird, bis er sich rosa färbt. Dann erst wird die Milch untergerührt und in Tassen mit etwas Rahm obenauf serviert (Kaimaq Chai).
Normalen schwarzen und grünen Tee mit oder ohne Kardamon und Zucker bekommt man übrigens auch in jeder Tschaichana angeboten. Er wird jedem Gast in einer eigenen Teekanne, mit einer Tasse und einem Schälchen für die Teeblätter serviert. Dazu erhält man Süßigkeiten wie z. B. Noquls, eine Art Mandel-Zucker-Konfekt.

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